:: Herausforderungen 2011

herausforderungen2011

Und wieder geht ein Jahr zu Ende mit einigen wunderbaren Erlebnissen. Meine ganz persönlichen Highlights des rtphotography-Fototagebuchs 2010:

  • Unsere Tochter Melia wurde geboren. Danke Gott für dieses kleine große Wunder!
  • Die ersten eigenen Fotos mit einer Vollformatkamera. 5D MkII rockt!
  • Erweiterung des Objektivparks u.a. mit einem 15mm Fisheye und mit dem 35 1.4L, die sich hervorragend bei Konzerten machen und bei Hochzeitsreportagen so richtig fetzen
  • 3. Kamera funkgesteuert auslösen
  • Blitzen à la Strobist mit erstmals 4 Aufsteckblitzen
  • Vortrag bei den 1.Paderborner Fototagen
  • Konzertfotografie von Hillsong United vor 11.000 Leuten und Disciple mit neuer CD, Rock’n Roll!
  • Ganz viele tolle Hochzeitspaare in 2010. Zu den einzelnen Stories.
  • Ein überraschender Zeitungsartikel über meine Hochzeitsfotografie
  • Erstes Hochzeits-Trash-the-dress-Shooting
  • Start von “Love2Trash“, ein Trash-the-dress-Event der Extraklasse
  • Dokumentation eines Tattoos von meinem Freund Georg. Die Bedeutungen hinter den einzelnen Motivdetails sind der Wahnsinn! Georg, eine wahre Meisterleistung! Falls es jemanden interessiert, lasst euch seine tiefgehende Gedanken an einem gemütlichen Abend erklären und die private Bilderstrecke der Entstehung (nicht hier veröffentlicht) zeigen. Das Tattoo wird im neuen Jahr vollendet.
  • Dass ich sehen durfte wie einige Menschen mit ganz viel Talent ihren Traum von Fotografie im letzten Jahr zum Hauptberuf gemacht haben! Hut ab, dass ihr den Sprung gewagt habt und damit viele Grüße an Nadia, Xenia, Sergej, Jan, Benni, Daniel und Lene! Ich mag eure ganz unterschiedlichen Styles! Ihr seid eine wahre Bereicherung für Deutschlands Fotografen- und Hochzeitsfotografenszene!
  • Noch ein Haufen Grüße geht an weitere tolle Fotografen und Fotografinnen unterschiedlichster Stilrichtungen, an dessen Arbeiten und Erlebnissen ich in den letzten 12 Monaten öfters virtuell teilhaben oder sie persönlich treffen durfte. Danke Georg, Martin, Ana, Sigrid, Freya, Albert, Larissa, Angie, Rita, Christina, Stennie, Artur, Rubin, Andy, Eduard. Bringt mit eurem Talent noch viele Menschen zum Lächeln und fröhlich sein! Gottes Segen, Kreativität und Erfolg wünsche ich euch…

Gerade habe ich mir ältere Einträge meiner persönlichen “Herausforderungen” angeschaut, um den Beginn dieses Blogs bis heute nochmal Revue passieren zu lassen. Es ist sehr schön zu sehen, wie diese Zeit und die Begegnungen mit so unterschiedlichen Menschen in den vergangenen 5 Jahren mein Leben geprägt haben. Momentan habe ich den Eindruck, dass gerade das nächste Jahr ganz andere spannende Herausforderungen parat hält…Fotografie war und ist ein leidenschaftlicher Nebenberuf für mich. Für einen ausgefüllten Terminkalender haben ganz stark auch deine Weiterempfehlungen beigetragen. Danke dir von Herzen an dieser Stelle, wenn dir meine Arbeit gefallen hat und du andere mit deiner Meinung angesteckt hast. Jedoch möchte ich nächstes Jahr ganz bewusst mehr Zeit für meine Familie und mehr Raum für künstlerische und geistliche Inspiration freihalten. Besinnung. Motivation. Ausrichtung.

  • Ich freu mich ganz besonders auf Mitte April. Melia wird 1 Jahr alt und dann beginnen 2 Monate Elternzeit für mich, die ich mit Valentina und unseren kleinen Knutschkugel verbringen werde! Da diese Zeit meiner Familie gewidmet ist, werde ich dort keine Hochzeiten fotografieren. Ich kann euch gerne Weiterempfehlungen geben oder ihr wendet euch an andere Fotografen eures Vertrauens.
  • Love2Trash wartet voraussichtlich im April auf seine 2.Auflage und ich darf dazu meinen Senf beitragen.
  • Das 125. Hochzeitspaar wird wie angekündigt sein kostenloses Trash the dress-Shooting einlösen können! Wer die Glücklichen sein werden ist noch offen, es wird aber definitiv ein Paar in 2011 sein.
  • Nachwuchsförderung ist mir nach wie vor wichtig. Bereits im Januar und Februar gibt es 2 Grundlagen-Fotokurse.
  • Vielleicht wenn es sich ergibt und der Zeitrahmen es zulässt hätte ich Lust ein oder zwei freie kleinere Projekte zu machen. Ohne Erwartungshaltung von Kunden Raum für freie Gedanken entwickeln. Gerne auch mit einem oder mehreren anderen Fotografen, die einfach mal weg von der Auftragsfotografie etwas Experimentelles oder Künstlerisches ganz gleich welches Foto-Genre probieren möchten.

Vielleicht liegt dir als Besucher dieses Blogs noch irgendetwas auf dem Herzen für das vergangene oder auch kommende Jahr, dann darfst du es gerne in Form eines Kommentars oder einer persönlichen Nachricht weitergeben. Ich würde mich sehr darüber freuen und wünsche dir ganz persönlich ein Leben mit Vision und ein erfolgreiches Jahr 2011! Sei mutig, wage mehr und geh voran, wo du auch bist!

:: Rekapitulation

Georg_Rudi1.jpg Mann, mann, mann, manchmal kann ich das einfach nicht glauben. So wie jetzt gerade eben sitz ich einfach nur staunend da, ohne mich würdig genug zu fühlen, irgendetwas wirklich verdient zu haben.
Gerade Unternehmen rennen mir im Moment die Bude ein, Anfrage nach Anfrage für diverse Shootings. Konzert mit Hillsong United, wo ich mich schon richtig drauf freue, um ein paar neue Ideen auszuprobieren. Workshops, Spezialaufträge. creaPix-Fotogruppe, worauf auch immer mehr Leute aufmerksam werden. Und dann waren da auch noch die zig Hochzeiten, die irgendwie schon normaler Bestandteil im Samstags-Terminkalender sind und der „normale“ Fulltime-Job als Ingenieur. Eine Tageszeitung möchte gerne einen Bericht über meine Arbeit im Bereich kreativer Hochzeitsfotografie verfassen. Ist irgendwo Honig, wo kommt das alles her?! Es ist mir ein Rätsel und zugleich ganz große Gnade!!!
Und dann denke ich: „Herr, gib mir echte Weisheit mit meinen Ressourcen umzugehen! Ganz speziell mit meiner Family, meiner hinter mir stehenden Frau, meiner süßen kleinen Tochter. Ich habe keine Ahnung, wie das in einem ausgewogenen Maß mit der Zeiteinteilung weitergehen soll. Ganz besonders wünsche ich mir, die Prioritäten richtig gesetzt zu haben, ohne gute Chancen ungenutzt zu lassen. Schrott liegengelassen zu haben. In Werte, die ewig halten, investiert zu haben. Menschen geprägt zu haben. Menschen aus Liebe und nicht aus Eigennutz weitergeholfen zu haben. Menschen ehrlich begegnet zu sein. Menschen, die es brauchen, finanziell unterstützt zu haben. Menschen vorgelebt zu haben, warum mein Leben mit Jesus Christus so wertvoll für mich ist. Zur Zeit geht mir so vieles durch den Kopf, aber der Weg ist vollkommen unklar.

Trotz allem Unwissen haben ich ganz viel Hoffnung. Das Buch, dass mich in meinem Leben am meisten geprägt hat, die Bibel in Jakobus 1,5-6a:

„Wenn jemand unter euch Weisheit braucht, weil er wissen will, wie er nach Gottes Willen handeln soll, dann kann er Gott einfach darum bitten. Und Gott, der gerne hilft, wird ihm bestimmt antworten, ohne ihm Vorwürfe zu machen. Aber wer ihn fragt, soll auch wirklich mit seiner Antwort rechnen!“

Das werde ich…

:: Gut ist besser als perfekt!

Nach vielen Bildern gibt es wieder etwas aus der Gedankentruhe. In Anlehnung an den  Spiegel-Online-Artikel gingen mir einige Sachen durch den Kopf.

Wer mich persönlich kennt, der weiß, dass ich für mich selbst hohe Ansprüche an meine Arbeit stelle. Es spornt mich an, etwas verbessern zu können, aber es macht auch auf Dauer müde und rastlos, weil dieser Prozess nie endet. Eine Herausforderung, über die ich gerade heute noch mal Nachdenken musste. Der Autor des Buchauszuges in dem Spiegel-Artikel stellt es sehr gut dar.

“Weil wir uns stets an Vorgaben von außen orientieren, vergessen wir, uns auf das zu konzentrieren, worin wir wirklich gut sind. Und schließlich: Wenn alle den gleichen Idealen nacheifern, sind am Ende möglicherweise alle perfekt – aber niemand ist mehr einzigartig.”

Die heutige Medienlandschaft verstärkt das Gefühl sich in allen Lebensbereichen gleichzeitig an der obersten Messlatte orientieren zu müssen. Informationen aus der ganzen Welt für alle Lebensbereiche sind auf Knopfdruck präsent, sie drängen sich förmlich über den Computer, den Fernseher ins Gedächtnis. Social Networks wie Facebook, StudiVZ, o.ä. haben ihre Stärken in der Vernetzung. Anteilhaben am anderen, was er denkt, was er tut, wie er aussieht, was er gut findet. Und theoretisch kann ich das gleichzeitig mit einem großen Teil der Weltbevölkerung. Täglich erreichen einen hunderte neuer Statusmeldungen. Und in dem größten Potential liegt auch die größte Gefahr. Man optimiert sich „gleich“. Nach und nach finden sich immer ähnlichere Einträge bei den „Fangruppen“-Listen, man orientiert sich stets an den obersten Idealen der globalen Welt, liest und liest und liest und liest und die Messlatte des Optimums geht höher und höher und höher. Je mehr Freunde umso mehr Menschen schmeißen Informationen in das tägliche Leben. Kann der heutige Mensch überhaupt noch so viele Informationen auf das Gute und Nützliche hin filtern? Was denkst du? Wie fühlst du dich bei all der Datenflut, die auf dich täglich einprasselt?

Wo früher dein Freund aus dem Bekanntenkreis bekannt dafür war, gute Fotos zu machen, weil einfach nicht mehr Informationen zugänglich waren, ist nun ein Starfotograf aus den USA getreten. Dein Freund ist nur noch unteres Mittelmaß. Morgen ist es schon ein anderer. Und übermorgen wechselt das Ideal erneut. Es gibt kaum noch Konstanten im Leben.

Wo man sich noch vor einigen Jahren nach Monaten räumlicher Trennung stundenlang über die letzte Entwicklung des Lebens unterhalten konnte, tritt die Statusmeldung im Minutentakt. Persönliche Begegnungen werden auf ein Minimum an Emotion beschränkt, da man sowieso als „Freund“ das „Neueste“ weiß. Zumindest glaubt man es zu wissen. Was ich nicht im Internet lesen kann, wird wohl nicht so wichtig gewesen sein! Die Gesellschaft optimiert sich, wird perfekt und perfekter und…vereinsamt. Versteht mich nicht falsch. Es gibt auch viele Vorteile von Facebook, aber es geht mir um die Art, wie sich die Gesellschaft verändert. Da man immer mehr Informationen nachläuft, geht immer mehr Energie an der Nebensächlichkeit und dem aufkommenden Unzufriedensein, das Perfekte nicht erreicht zu haben, verloren. Schlussendlich reicht dieser innerliche Zustand nicht mehr für die Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung, die mich brauchen und reicht auch nicht mehr, um meine eigenen wahren Stärken für meinen Nächsten einzusetzen, da sich ständig das schlechte Gewissen meldet, nicht alles erreicht zu haben.

Ein Beispiel: Mir fällt es deutlich leichter zu fotografieren als zu designen. Printdesign fällt mir auch heute noch schwer. Daher habe ich irgendwann aufgehört, mich in diesem Bereich weiter aktiv um Verbesserung zu bemühen. Die aufgebrachte Mühe stand in einem viel schlechteren Verhältnis zu dem erzielten Ergebnis. Hier und da erstelle ich zwar Layouts für das eine oder andere Projekt, jedoch habe ich einfach mehr Freude am Fotografieren. Und auch bei der Fotografie bin ich davon weggekommen, alle Aufträge anzunehmen. Gesunde Vielfalt ist in Ordnung, aber Kinder- und Familienfotografie überlasse ich gerne anderen, die dieses Thema mit Leichtigkeit ausfüllt. Bei Konzertfotografie und kreativer Portraitfotografie schlägt mein Herz höher, ich lasse mich schneller motivieren und komme auch mit viel weniger Anstrengung zu einem guten Ergebnis.

Ich kann dir als Fotoanfänger aus eigener Erfahrung den Ratschlag geben, dich auf die Fotografie zu konzentrieren, die dir leichter fällt als Fotografie, wo du nur mit Mühe vorwärts kommst. Vielleicht merkst du auch nach einiger Zeit, dass dir Geld verdienen mit “populären” fotografischen Themen schwer fällt und es gar nicht so einfach ist, wie du dachtest. Du bist eher eine Person, die im Bereich Fotokunst voll aufgeht. Dann investier dich dort und es kann sein, dass in naher Zukunft deine Arbeiten in den Wohnzimmern vieler Menschen überm Kamin hängen. Vielleicht hast du auch ein Talent in einem anderen Bereich (es kann ja sogar außerhalb der Fotografie sein), was dir und damit auch anderen viel mehr Freude bereitet, dann investier dich dort. Sei nicht gleich! Mach nicht das, was alle denken, dass es gut und lukrativ wäre…löse dich von dem perfekt Gleichen der Gesellschaft. Bleib einzigartig!

Als Christ mit persönlicher Beziehung zu Jesus Christus bekommt dieser Gedanke eine noch viel weitreichendere Tiefe und Verantwortung. Im Matthäusevangelium steht in 6,33 (Neues Leben-Übersetzung):

“Wenn ihr für ihn lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird er euch jeden Tag geben, was ihr braucht.“

Das Ziel ist (sollte sein) nicht Geld oder die Ehrentafel oder persönlicher Vorteil, sondern Gottes Reich auf dieser Erde und in anderen Menschen. Das heißt, wo spricht Gott mich und dich an, wo wir mehr investieren sollen, damit die Gute Botschaft von Jesus Christus andere Menschen erreicht. Das Gute ist, dass wenn wir das tun, die Dinge, die wir zum Leben brauchen, ob nun materiell oder bei seelischen Bedürfnissen „zufallen“ werden, wie es in anderen Bibelübersetzungen steht. Nicht mehr und nicht weniger. Ausnahmesituationen hinsichtlich Verzicht und Gerechtigkeit nach Gottes Maßstäben werden mit „Zufällen“ ausgeglichen in dem Maße, wie wir es zum Leben benötigen. Nicht mehr Haschen nach dem Optimum, was andere vorgeben, sondern ein individuelles Beschenktwerden in den Bereichen, die für meine persönliche Entwicklung und meine Stärken gut sind. Gott der Vater kümmert sich um seine Kinder. Dieser Gedanke befreit mich total, obwohl ich noch lange nicht alles kapiert habe…

Ich muss ehrlich sagen, dass ich auch oft nicht weiß, was jedes einzelne meiner Fotos (in Gottes Reich) bewirkt (hat). Aber was ich weiß: Ich liebe es, für Menschen einen unvergesslichen Moment oder ihren Charakter fotografisch festzuhalten, an den er sich beim Betrachten auch nach Jahren noch gerne zurückerinnern können. Ich möchte Menschen bei einem Shooting wertschätzen, in einer offenen, ehrlichen Art besser kennenlernen und sie in diesem Moment portraitieren. Klar möchte ich auch für meine Familie finanziell sorgen und mit den Mitteln, die ich habe, klug umgehen. Aber Christus lebt in mir und diesen Punkt werde ich im Umgang mit anderen auch bei meiner Arbeit nicht ausklammern. Ich werde selbst beschenkt, wenn ich Menschen mit meinen Talenten helfen kann. Manchmal kann ich direkte Hilfe mit den Fotos leisten, manchmal mit einer finanziellen Spende aus den Einnahmen der Fotografie. Dabei ist es nicht wichtig, dass die Arbeit perfekt wird wie eingangs erwähnt, sondern dass sie einzigartig wird, weil ich mich auf Gott ausrichte und ihm für die Art, wie ich Dinge wahrnehme, Danke sage. Jesus ist meine Konstante in der täglich neu veränderten Welt. Seine Worte und Prinzipien in der Bibel sind auch nach mehreren tausend Jahren immer noch gültig und perfekt.

Und dann muss ich mich leider in der Zeiteinteilung ertappen und Konsequenzen ziehen. Facebook und den Computer öfters aus, Arbeit Arbeit sein lassen und die Bibel aufschlagen, die Stille mit dem perfekten Gott suchen, der mich verändern möchte! Perfekt ist in diesem Fall doch viel besser als nur gut!